Dienstag, 31. März 2009

Zacatecas – oder das Wochenende der Herausforderungen

Zuallererst ein kleines Zitat aus meinem Lonely Planet:

„Nach einer Reise durch ein Meer von Felsen und Nopals überfordert es beinahe die Vorstellungskraft, wenn man plötzlich über eine Perle der Wüste stolpert. Als nördlichste der sagenumwobenen Silberstädte Mexikos verströmt Zacatecas den Charme der Alten Welt. […] Eine feinfühlige Restaurierung hat der Architektur im historischen Zentrum den Glanz seiner Vergangenheit wiedergebracht. Hat man die äußere Hülle durchdrungen, offenbart sich im Inneren die Verschmelzung moderner Annehmlichkeiten mit dem Stil der Kolonialzeit.“

Na, wenn so ne Ankündigung nicht neugierig macht!

Also hieß es an diesem Wochenende: Nichts wie auf nach Zacatecas! Die Landschaft während der Anfahrt fand ich, im Gegensatz zum Autor, bereits schön – und dann lag Zacatecas vor uns.


Als erstes ging es nach der Ankunft für Markus und mich zu den hier typischen Gorditas. Wir bestellten beide eine „Gordita de Nopalitos“ (zu Deutsch: Maistörtchen mit Kaktusblättchen) was ja eigentlich harmlos klingt und haben den ersten Bissen auch gleich mit nem Foto festgehalten … Verschwiegen wurden uns jedoch die unzähligen kleinen Chilikörnchen … und schon nach dem ersten Bissen wurde meine leichtgebräunte Gesichtfarbe durch ein kräftiges Rot abgelöst, gefolgt von einem extrem brennenden Mund und so leichter Hitzewallung … Markus, der sich etwas tapferer anstelle als ich, hatte aber auch gut mit seiner Gordita zu kämpfen. Der Kellner schmunzelte vor sich hin … und da wir ja keine Touristenweicheier sind, wurde tapfer aufgegessen.(somit waren unsere Mägen auch definitiv desinfiziert). Dies war die erste Herausforderung, doch die zweite folgte zugleich.

Nun ging es mit dem Teleferico auf den La Bufa Berg hinauf, um bereits während der Fahrt mit der Gondel und auch oben auf dem Berg die Aussicht auf Zacatecas genießen zu können (witzig ist die Bemerkung auf dem Ticket, dass die Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Seilbahn sichergestellt ist, da diese von Schweizern erbaut wurde – was wäre dagestanden, wenn es die Mexis gebaut hätten? ;-) Oben angekommen, reichte uns die Sicht noch nicht und so musste der noch höher gelegene Felsen bis zum obersten Punkt bestiegen werden. Das runter nicht immer so einfach wie rauf ist – das habe ich dann auch festgestellt …


Anschließend ging es mit einer sehr interessanten Führung und mit tollen gelben Helmen ausgestattet tief unter die Erde in eine alte Silbermine – die dort gefundenen und zum Teil ausgestellten Edelsteine waren beeindruckend, der Gedanke an die damals vorherrschenden Arbeitsbedingungen erschreckend.

Abends folgte dann unser eher unfreiwilliges permanentes Flanieren auf der Hidalgo Strasse. Man hatte uns ein Restaurant empfohlen, doch jeder den wir fragten, hat uns wieder in eine andere Richtung geschickt. Nachdem wir alle Geschäfte und Straßenhändler kannten und die uns wohl auch, haben wir uns dann für eine nette Alternative entschieden.


Ein weiteres Highlight war der Besuch des Quinta Real Hotels. Dieses Hotel ist unglaublich gut in eine ehemalige Stierkampfarena eingebaut. In der Bar sitzend, die Mango-Margarita genießend, hatte man einen tollen Blick auf die Arena wo gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Die Gäste waren extrem schick mit langen Ballkleidern und Pelzmänteln. Aber da die Feier im Freien stattfand und es doch recht kühl war, hätten die bestimmt gern mit mir meine Jeans getauscht.

Als letztes Highlight/Herausforderung bleibt mir dann noch von der Disco in der Mine zu erzählen. In die Disco, welche sich in einem Stollen tief in der Erde befand ging es mit ner kleinen Bahn runter. So wie die ruckelte wurde sie während der Rückfahrt bestimmt einigen zum Verhängnis…unten angekommen hat mir die Stimmung und die Musik gleich gut gefallen … und so wurde der Tag perfekt abgerundet.

1 Kommentar:

Corinna hat gesagt…

Wow, Sarah, das klingt ja wirklich nach nem super Ausflug!
im Gegensatz zu deinen Mexikanern, fallen die Argentinier schon bei einem Pfefferkörnchen luftschnappend vom Stuhl. so unterschiedlich ist Lateinamerika!!
Aber die Schweizer oder Europäische Ingenieurskunst scheint überall beliebt zu sein;-)

Lieben Gruss in den Norden!
Corinna